Wanderer Wappen seit 1599

Zähler Start: 2.11. 2005

Scheibe

August Gehring, der erste Pfarrer zu Scheibe (auch Scheiba und Scheibaer dekliniert geschrieben gesehen) liefert 1847 in dem in Rudolstadt im Froebel Verlag publizierten Buch viele geschichtliche Daten über Scheibe. Das Buch hat weit über hundert Seiten, ich präsentiere also hier nur einen chronologisch angelegten Auszug und kombiniere Heimat- mit Familien-Geschichte.

vor 1618

Danach bestehen die Anfänge des heutigen Ortes aus einem Eisenhammer nebst einem Schmelzwerk, dazu ca. zwei oder drei Häuser für die Arbeiter.

1648

Das Hammerwerk wurde angeblich im 30jährigen Krieg 1618-1648 zerstört und nicht wieder in Betrieb genommen.

1737

Es ist statt dessen eine Försterei hierher verlegt worden, wobei das ehemalige Herrenhaus um 1737 zum Forsthaus wurde. Die Häuserzahl beträgt  4 oder 5, die Personen waren nach dem 3 Stunden entfernten Meuselbach eingepfarrt

1740

Wegen der Entfernung durch unwegsamen Wald 3 h nach Meuselbach, wurde im Jahre 1740 Scheibe nach Abschluss eines Recesses nach Steinheid eingepfarrt - der damalige Pfarrer hieß dort Lang. Der Weg nach Steinheid ist zwar nicht so weit aber dennoch beschwerlich, weil es 1 Stunde nur bergauf geht.

1762

Mein Vorfahr Johann Stephan WANDERER XI heiratet Johanna Jakobina Walter. aus der Ehe gehen 12 Kinder hervor - vier Jungs und 8 Mädchen. In welche Familien die Mädchen eingeheiratet haben ist bislang unvollständig geklärt.

1768

Johann Christian Carl Wanderer XII wird geboren, wird Barchent- und Leinewebermeister, heiratet in Steinheid 1791 Joh.Katharina Regina Sauerbrey. Der zweite Sohn Johann Georg Friedrich Wandererer aus dieser Verbindung 1793 geboren, ist familiengeschichtliche eine wichtige Person - d.h. eine Schlüsselperson für einen Teilstammbaum - denn er emigriert 1834 in die USA und bei/nach der Ankunft ändert sich der Familienname von WANDERER zu WANDERS. Die Hochzeit findet am 7. Mai 1824 mit Sofia Frederike Wilhelmine Rauch (22.9. 1804 in Scheibe - gestorben 1.2.1877 Porter Twp., Bundesstaat Indiana in den USA) statt, also vor der Emigration. 2 Töchter und ein Sohn werden noch in Scheibe geboren - ein zweiter Sohn Daniel William WANDERS am 25.12.1840 in Kings, New York City - gestorben 7.7.1892 in Denver, Colorado, (USA) und noch eine dritte Tochter in den USA. Das hierdurch eine weitere, verzweigte Familien-Linie WANDERER+RAUCH bis in die Gegenwart führt, dürfte m.E. bislang in Scheibe unbekannt sein - die Erkenntnisse stammen durch puren Internetkontakt von Herbst - Weihnachten 2006 aus den USA durch genealogisch interessierte, lebende Nachfahren dort.

1780

Im Jahr 1780 besteht der Ort Scheibe nur aus 11 Häusern einschließlich Försterei, Rußhütte und Schneidemühle. Zu dieser Zeit und bis 1795 wurden im oberen Schwarzatal Fohlen des fürstlichen Marstalles geweidet. Mein Vorfahr Johann Stephan WANDERER XI war gleichzeitig Hufschmied und Stuten-Bevollmächtigter.

Es gibt im oberen Scharzatal bereits einen Floßteich, in dem auch Forellen gezüchtet wurden.

Erst in diesem Jahr wurde ein Präceptor (veraltetete Bezeichnung für Lehrer, Erzieher) im Ort Scheibe angestellt, der die Kinder in einem Privathause unterrichtete. Sonntag Nachmittags war im Forsthaus Betstunde.

Erst jetzt kommt es zur Errichtung eines Gottesackers (Friedhof), da man im Winter gezwungen war, die Leichen wochenlang unbeerdigt zu lassen, wenn die unzugänglichen, verschneiten Wege nach Steinheid dies nicht zuließen.

1834

Erste Familienmitglieder von mir wandern von Scheibe in die USA aus

1835

Per 30. Mai 1835 richtet Louis Oels, Buchhalter der Porzellanfabrik Blankenhain bei Weimar, ein Schreiben an den Fürsten Friedrich von Günther von Schwarzburg, ihm die Gründung einer Porzellanfabrik in Scheibe zu gestatten. Die Antwort - Genehmigung dauerte 5 Jahre. Da Oels zunächst keine abschlägige Antwort erhalten hatte, begann er zu produzieren - zunächst wurden Pfeifenköpfe bemalt, die er als Weißware aus Groß-Breitenbach bezog.

1839

Vor Juli 1839 waren es bereits 19 Personen, als die kleine Manufaktur an Daniel Kämpfe und Friedemann Greiner verkauft wurde. Der Verkauf war erzwungen, da die fürstliche zum Bezug des Brennholzes verweigert wurde.

 

1847

Scheiba - alte Bezeichnung für Scheibe vor 1847Zu Lebzeiten von Pfarrer August Gehring finde ich in seinem Buch unter der Subskribenten Liste im Vorspann auf Seite 18 - 20 viele Familiennamen aus der Region mit Beruf: Schultheiß B. Heymann, Fabrikbesitzer Fr. Kister, Förster A. Macheleid, Schuhmacher S. Pabst, Schultheiß Rauch, Schachtelmacher Weigelt. Bei der Fabrik von Fr. Kister handelt es sich um die in Sammlerkreisen berühmte Thüringer Porzellan Manufaktur in Scheibe, die unlängst abgerissen worden ist. Das Porzellan aus Scheibe hat Weltruf, es hat auf Weltausstellungen viele Auszeichnungen erhalten - das wird noch ein eigenes Kapitel werden - mehrere Vorfahren von mir haben dort in der Manufaktur als Porzellan-Former und Porzellan-Maler gearbeitet. Viele der heute älteren Scheibaer - die sogenannten Porzelliner - haben ihr Leben lang mitgewirkt und diesen anerkannten Weltruf begründet - für dieses geplante Kapitel suche ich aus der Ferne noch Personen mit Kenntnis zu historischen Details und Fotos  vor Ort.

Bearbeitung wird fortgesetzt - Aktualität: 26. März 2007

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