Wanderer Wappen seit 1599

Zähler Start: 2.11. 2005

Bischofsgrün

Bischofsgrün liegt in ca. 670m Höhe und ist heutzutage ein heilklimatischer Kurort  mit ca. 2100 Einwohnern im Landkreis Bayreuth im Regierungsbezirk Oberfranken im Nordosten vom Bundesland Bayern.

Einige Auszüge und Anmerkungen zur Bischofsgrüner Chronik

Um 900: Eine alte Überlieferung besagt, daß in Bischofsgrün - damals noch "Bischofesgrune" genannt - bereits um das Jahr 900 eine Hohlglashütte - Waldglashütte besaß.

1242 Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf anno 1242, der Name wird aktuell als Grünfläche des Bischofs in Bamberg interpretiert, da für die Besiedlung durch die Franken das Christentum als das verbindende Element gilt.

1317 erhalten die fünf Brüder von Hirschberg den Rudolfstein mit den dazugehörigen Dörfern - darunter auch "Bischofesgrune" - als erbliches Lehen.

1340 Die Glasmacherei kommt zur ersten Blüte

Für die Menschen in Mittelalter war die Region um den Ochsenkopf ein Heiligtum, die berühmten Ochsenkopfgläser setzen diese Vorstellung später im Motiv auf den Humpen um - siehe link nach www.hdgb.de ins Haus der bayrischen Geschichte - Artikel gefunden am 18.7.2006: http://www.hdbg.de/bup/d/d0501.htm In Anlehnung an die vier Paradiesströme gewinnt der Ochsenkopf (bzw. das Fichtelgebirge) auch als Vierstromland - also Ursprung der vier Flüsse Main, Eger, Naab und Saale Bedeutung, die als Handelswege für das wirtschaftliche Wohlergehen grundlegend waren.

Alte Überlieferungen berichten, das die Glasherstellung mit Stichwort Waldglashütte - Ochsenkopfgläser der Ursprung der heutigen Gemeinde waren. Dafür spricht das mittelhochdeutsche Wort “grien”, das für groben Sand, sandiger Platz steht. Da Glas aus Sand hergestellt wird, kann diese Namenswandlung von Grien zu Grün auch für eine Deutung im Zusammenhang mit der historischen Glasproduktion gesehen werden. Da es die Glasmacher-Familiendynastie Greiner-Griener-Gryner gibt und die Glasmacherfamilie Wander von Grünwald a.d. Neiße (Böhmen) um 1610 gen Bischofsgrün gekommen ist, halte ich die heutige Interpretation - Grünfläche des Bischofs im Sinne von Biotop als nachrangig. Im sandigen Boden von Berlin ist ein ganzer Stadteil als Grünewald bekannt. Eine Hofmark Grünwald benennt die grob versandete flache Furt nach Pullach an der ehemals reißenden Isar - dies ist seit früher keltischer und römischer Zeit  ein Siedlungsgebiet, in dem im betrachteten namensgebenden Mittelalter z.B.. anno 1495 Herzog Ludwig X. von Bayern geboren wurde, der bis 1545 lebte. Seit 1994 gilt Grünwald a.d. Isar allerdings als Münchner Prominenten- und Nobelviertel in reizvoller Lage mit Burg und Schloss.

Der Wald um den Ochsenkopf bot guten Lebensraum, das Holz als Brennmaterial zur Bereitung der Pottasche und als Brennmaterial lieferte. Im Mittelalter waren außerdem die Gerätschaften zu 90% aus Holz, der Wald bot mit dem Honig der Waldbienen einen weiteren begehrten Rohstoff, den in dieser Zeit einzig bekannten natürlichen Süßstoff, gleichzeitig auch Rohstoff für Alkohol (Metwein). Die gerodeten Wälder (Haide / norddeutsch Heide genannt) waren ideale Landschaften für die Bienenzucht. Die Umgebung von Bischofsgrün bot weiterhin auch einen Mineralreichtum insbesondere Gold, Silber, Kupfer und Eisenerz.

1360 Jetzt steht Bischofsgrün unter dem Einfluss der Burggrafen von Nürnberg, die späteren Markgrafen, denn mit Ende der Naturalwirtschaft gewannen die Städte an Einfluss, verarmten die Ritter, die Hirschberger auf dem Rudolfstein. 

1419 - 1434 Hussitenkriege  keine Zerstörung (engl.: Hussite Wars, not affected)

1421 wird erstmals eine Zinngrube erwähnt, deren Einstieg unterhalb des Ochsenkopfgipfels, dem sogenannten "Schneeloch" war.

Der Gemeinderat von 1971 bringt diesen historischen Sachverhalt im neu gestifteten Orts-Wappen zum Ausdruck: In Silber schräg gekreuzt ein schwarzer Bergmannshammer und ein schwarzes Glasblasrohr mit goldenem Glas; darüber ein roter Hirschrumpf.

1494 die erste nachgewiesene Glashütte

1525 Bauernkrieg (engl.: Pesants’ War) keine Verheerungen, denn der Ort hat weder Burg noch Befestigungsanlagen und sind auch keine reichen Bauerngüter vorhanden

1536 besitzt das Dorf eine neue Glashütte, der Ort zählt 39 Häuser.

1552 - 1555 Der zweite Markgrafenkrieg (engl.: Second Margraves War), auch Markgräflerkrieg oder Bundesständischer Krieg; In ihm unternahm Albrecht Alcibiades, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach und Bayreuth, zahlreiche Raubzüge und Plünderungen, die zur Zerstörung vieler Orte und Burgen im Reich, insbesondere in Franken führte. Wieder hat die abgeschiedene Lage des Dorfes es vor den Verheerungen bewahrt.

1590 hat der aus Bischofsgrün stammende Johann Hans Glaser bereits eine gut gehende Knopfglashütte im heutigen Ortsteil Hütten von Warmensteinach aufgebaut. Es arbeiten die fleißigen Glasmacher bereits vor 1600 in den Tälern der Steinach und Fichtelnaab. Erst viele Jahre später werden dann Hochzeiten auch dort zwischen den Mitgliedern der Familien Glaser und Wanderer dokumentiert.

1612 Am 16. Mai vernichtete ein großer Brand die Kirche, das Pfarrhaus und weitere acht Häuser, daher sind die Mitglieder der Familie Wanderer im Ort  nicht früher durch Kirchenbücher-Auszüge nachweisbar. Die Familie Wanderer ist danach in den Kirchenbüchern nachgewiesen. Das sie als begabte Glasmacher, Glasbläser und Glasmaler über mehrere Generationen gearbeitet haben, das entnehme ich folgendem Link am 19.7.2006:

http://fichtelgebirge.bayern-online.de/02_Tourismus/Staedte_Gemeinden/Bischofsgruen/Wissenswertes/Gesc hichte/

Zitat: “Insbesondere war die Familie der Wanderer in Bischofsgrün für die Glasfabrikation verantwortlich. Elias Wanderer ist im Jahre 1611 - vermutlich aus Glaubensgründen - von Böhmen (engl.: Bohemia) nach Bischofsgrün gekommen. Vor seiner Umsiedlung war er zuletzt bei seinem Onkel Georg, einem der besten und bedeutendsten Glasmaler des Isargebirges, in der Glashütte Friedrichswald bei Gablonz tätig. Elias hat mit seinem Wissen und Können der Glaskunst des Fichtelgebirges wichtige Impulse gegeben. Es ist erwiesen, dass sich die Glaskunst des Fichtelgebirges hinsichtlich Glasqualität und vor allem der künstlerischen Glasgestaltung mit Elias Wanderer gewandelt und den damals führenden Böhmischen Glashütten angenähert hatte und für diese zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz wurde.”

Zahlreiche ca. 167 Wanderer Datensätze - nicht alle Einträge kann ich überprüfen -  aber einige Familienmitglieder aus der Crottendorf - Linie finden sich in einer Datenbank im Internet wieder: http://www.familysearch.org schon die ersten Einträge verweisen auch auf Bischofsgrün Bayreuth und Oberfranken (Bayern = Bavaria) im Zeitraum ab 17. Jh.

 

(Kleine Anmerkung: Ob die hier genealogischen Informationen stimmen, werde ich demnächst verifizieren - statt Isargebirge im zitierten Text heißt es übrigens Isergebirge und der angegebene Link am Ende der zitierten Quelle www.wander-wanderer.de führt nach ebay.)

 

Die Familie Wanderer hat ihre Verbundenheit zum Ort Bischofsgrün im September 1999 bekündet. Die Familie hat dort mit über 125 Familienmitgliedern im Kursaal aus Anlass der 400jährigen Wappenverleihung von 1599 ein großes Familientreffen gehabt, daß ich organisieren durfte. Ein Foto-Bericht folgt.

Im Sommer des Jahres 2004 wurden am Fuße des Ochsenkopfs oberhalb von Neubau das schwarze Glas aus natürlichem Proterobas (Grünstein, grüner Porphyr) - also historisches Basaltglas, Glasknöpfe mit und ohne Metallösen ausgegraben, zum Teil bunt mit Email bemalt. Dazu fand man Butzenscheibenteile, geschmolzene Glasreste, Schlacken und Glashafen-Reststücke am sogenannten Försterweg.

(Anmerkung 19.7.2006: Die Untersuchungen an der Universität Bayreuth laufen noch, werden betreut von Dr.-Ing. Edda Rädlein, Tel.: (0921) 55-7461, e-mail: edda.raedlein@uni-bayreuth.de, wie einer Stellenausschreibung zu entnehmen ist: http://www.wopag.uni-bayreuth.de/home/files/Stellenangebote/Proterobas-Glas.pdf )

Unterhalb des 1024m hohen Ochsenkopf Gipfels befindet sich in 960m Höhe über NN ein aufgelassener, schluchtartiger passender Steinbruch Gangdiabas, Pikrit 400m lang, 20m breit und 15m hoch dazu, der heute als zugewachsenes Naturdenkmal eingestuft ist - Geotop Beschreibung und Foto im Umweltobjektkatalog (UOK) Bayern:  http://www.uok.bayern.de/static/GEOTOPE/GEOTOPE_1133.html  Im Ochsenkopfgebiet wurde das Gestein in mehr als 20 schmalen, aber sehr tiefen Steinbrüchen gewonnen. Proterobas wurde u.a auch für Pflasersteine, Skulpturen, Grabdenkmäler und technische Steinkörper verwendet. Eine einmalige Gesteins- und Mineraliensammlung zu diesem Thema findet sich im im größten bayrischen Regionalmuseum, dem Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel: http://www.fichtelgebirgsmuseum.de/
 

Links zu Bischofsgrün:

http://www.bischofsgruen.de/

http://www.fichtelgebirgsverein-bischofsgruen.de/

http://www.bayern-fichtelgebirge.de/

http://www.bayern-fichtelgebirge.de/geologie/geologie.htm

Sowie insbesondere Glasperlenmacher und Knopfhändler http://www.bayern-fichtelgebirge.de/heimatkunde/076.htm

Link zu Grünwald a.d. Isar

http://www.gemeinde-gruenwald.de/

 

 

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